Traumata brechen nicht immer wie Vulkane aus. Manchmal ziehen sie sich still nach innen zurück. Werden abgelegt wie Akten, geglättet, systematisiert. amalfi spiegelt diesen Umgang wider: eine methodische, beinahe mechanische Strategie, Schmerz in etwas Geordnetes zu überführen.
Der Schriftzug, einst Teil eines fahrenden Körpers, wurde bei einem Unfall abgerissen. Nun haftet er wie ein Beweisstück auf einer leuchtend orangefarbenen Fläche: der Farbe von Bremslichtern, von plötzlichem Stillstand. Auch der Sicherheitsgurt darunter steht für diesen Moment: Schutz, Spannung, Zurückhaltung. Die Clips fügen alles zusammen wie einen Bericht auf einem Klemmbrett – kühl, sachlich, bürokratisch.
Das Werk tastet sich leise an die Frage heran, was es bedeutet, Schmerz zu überleben, indem man ihn archiviert; wenn Erinnerung nicht gefühlt, sondern verwaltet wird.